performativ | diskursiv | zündend

 


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© Roberta Lima

FUNKENFLUG 1
Feminismus heute -
Das künstlerische Dasein zwischen
Genderdebatte, Multitasking und Sellout

Künstlerhaus, Karlsplatz 5, 1010 Wien
26. November 2015

Performative Installation
Kaleidoscope

Roberta Lima

Gespräch
Feminismus heute

Felicitas Thun-Hohenstein, Akademie der bildenden Künste Wien
Gabriele Schor, Sammlung Verbund, Wien
Ina Loitzl, Künstlerin

Moderation
Sibylle Hamann, Falter, Die Presse

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"Kaleidoscope",
Roberta Lima
"Kaleidoscope",
Roberta Lima

ROBERTA LIMA
Kaleidoscope

In ihren Performances stellt Roberta Lima tradierte Konzepte von Schönheit zur Diskussion, indem sie klassische Modernismen mit Kabel, Kameras, Monitoren, Projektionen und anderen Geräten konterkariert. Gegenwärtig visualisiert die Künstlerin Produktionsbedingungen, so wie in ihren früheren Performances ihr Körperinneres. Limas aktuelle Arbeiten und räumliche Interventionen fokussieren auf der technischen Umsetzung ihrer Reflexionen über „body politics“, den zumeist weiblichen Körper als Politikum. Dazu manipuliert sie die Formensprache von Minimal Art und Architektur, wie zum Beispiel Kubus oder Zylinder in den Arbeiten „Displacement“, White Box New York, 2012 und „Future Past Light Cones“, MUSAC León / Spanien, 2015. Diese Elemente werden durch feministische Aktionen appropriiert – was wiederum zum Ziel hat, den männlich dominierten Handlungsort von Architektur und Kunst freizuspielen indem Lima ihn mit ihren Handlungen kontaminiert.

Agents: Erika Artaker, Pedra Costa, Melissa Lumbroso Sound: das_em Special thanks to Lauren Klocker, Bartholomäus Kinner, Alexandra Tatar

Roberta Lima wurde in Manaus, Brasilien geboren. Derzeit lebt und arbeitet die Künstlerin in Wien, wohin sie ihren Wohnsitz nach Abschluss ihres Architekturstudiums (2001) verlegt hatte. An der Akademie der bildenden Künste in Wien absolvierte sie ein Magisterstudium der bildenden Kunst (2007) und ein Doktoratsstudium der Philosophie (2013). Im Mittelpunkt von Limas Arbeiten steht der eigene Körper. Sie verwendet dabei unterschiedliche Medien wie Fotografie, Video und Installationen. Zusätzlich untersucht sie Konzepte von Raum und eignet sich Aspekte verschiedener Orte und Kontexte an – sei es Subkultur oder Wissenschaft, Popkultur, historische Referenzen oder feministische Theorie – um Kunst zu produzieren und Diskussionen über die Rolle von KünstlerIn und BetrachterIn zu initiieren.
www.robertalima.com


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"Feminismus heute",
Gespräch
"Feminismus heute",
Gespräch

Gespräch - Feminismus heute
Kurzbiografien der Gesprächsteilnehmerinnen

Ina Loitzl wurde in Klagenfurt geboren, lebt und arbeitet als Kunstschaffende in Wien.Der Kern ihrer künstlerischen Auseinandersetzung in den Medien Fotografie, Trickfilm, Video, Objektkunst und Installation gilt meist dem weiblichen Körper. Selbst Künstlerin, Ehefrau und Mutter untersucht sie die verschiedenen Rollenbilder, die Frauen von der Gesellschaft zugeschrieben werden. Häufig verwendet sie dabei textile Objekte, deren Herstellung, das Nähen, als traditionell weibliche Arbeit gilt. Ina Loitzl ist in der Ausstellung UEBER: MACHT mit der multimedialen Installation „Kunstboxen“ im Künstlerhaus vertreten: „Als Kunstfigur Artist A steige ich im Wiener Künstlerhaus in den Ring. Runde um Runde geht der Kampf gegen meine Motivation, meine Rolle als weibliche Künstlerin, mit und gegen die Konkurrenz der Kollegenschaft, …“ (I. Loitzl) www.inaloitzl.net

Gabriele Schor studierte Philosophie und beschloss ihr Studium mit einer Dissertation über Alberto Giacometti. Nach diversen kuratorischen Projekten (Tate Gallery London, Staatsgalerie Stuttgart, Kunstmuseum Bern, Camden Arts Centre London und Albertina Wien) war sie von 1997 an Kunst-Korrespondentin für die Neue Zürcher Zeitung. Schor lehrte an österreichischen Universitäten moderne und zeitgenössische Kunst sowie Theorie und Praxis der Kunstkritik. Seit 2004 leitet sie die SAMMLUNG VERBUND, Wien für zeitgenössische Kunst, die sie mit dem Fokus "Feministische Avantgarde der 1970er-Jahre" und "Räume und Orte" von Beginn an aufgebaut hat. Sie ist Herausgeberin zahlreicher Publikationen u.a. 2009 mit Abigail Solomon-Godeau die erste Birgit Jürgenssen-Monografie, 2012 den Catalogue raisonné zum Frühwerk von Cindy Sherman, 2014 gemeinsam mit Elisabeth Bronfen den ersten deutschsprachigen Katalog zum Werk von Francesca Woodma und 2015 das Nachschlagewerk zur Feministischen Avantgarde der 1970er-Jahre. 2016 erschien ihre und Jessica Morgans Monografie zur österreichischen Künstlerin Renate Bertlmann.

Felicitas Thun-Hohenstein ist Kunsthistorikerin, -theoretikerin und Kuratorin. Sie lehrt als Professorin am Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften der Akademie der bildenden Künste in Wien. Aktuelle kuratorische Tätigkeiten umfassen: Self Timer Stories, MUSAC, Leon, 2015; Selbstauslöser, Museum der Moderne Salzburg, 2014; Self Timer Stories, Austrian Cultural Forum New York, New York; Aesthetic of Risk, curated by Vienna, 2012, Synchronicity, Cairo Biennial, 2008. Aktuelle Publikationen: Performanz und ihre räumlichen Bedingungen: Perspektiven einer Kunstgeschichte ed. (Vienna: Böhlau Verlag, 2012); Performing the Sentence, Research and Teaching in Performative Fine Arts, ed. with Carola Dertnig (Sternberg Press: Berlin 2014), Self Timer Stories, ed. (Schlebrügge Verlag: Vienna 2015). Thun-Hohenstein hat wiederholt mit Roberta Lima kooperiert und über deren performative Arbeiten publiziert.

Sibylle Hamann studierte Politikwissenschaft, Geschichte, Völkerkunde und Russisch an der Universität Wien, der FU Berlin und der Beida, Peking. Nach ausgedehnter Reisetätigkeit begann sie ihre journalistische Laufbahn: ab 1990 beim „Kurier“ (Ressorts Ausland und „Thema des Tages“) und 1995–2006 bei „Profil“ (Ressort Ausland). Unterbrochen von neuerlichen Reisen (diesmal in Kriegs- und Krisengebiete) und längeren Rechercheaufenthalten in den USA, Afrika und Japan setzte sie ihre journalistische Tätigkeit fort: 1999–2001 sowie 2004 arbeitete sie als Korrespondentin in New York. Seit 2006 lebt sie als freie Journalistin und Autorin in Wien. Sie ist wöchentliche Kolumnistin für „Die Presse“, ständige Autorin für „Falter“ und „Emma“, Chefredakteurin der „Liga. Zeitschrift für Menschenrechte“, Lektorin am Journalismuslehrgang der FH Wien, Moderatorin und Vortragende. In ihren Artikeln setzt sich Hamann vehement für die Wahrung der Menschen- und insbesondere Frauenrechte ein. 2015 wurde sie mit dem renommierten Kurt-Vorhofer-Preis ausgezeichnet.
www.sibyllehamann.com



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