performativ | diskursiv | zündend

 


kozek hörlonski: LGBQT, Reinsberg 2011,  Foto: Iris Andraschek, Bildrecht Wien
kozek hörlonski: LGBQT, Reinsberg 2011,
Foto: Iris Andraschek, Bildrecht Wien

im Jänner 2018 im Künstlerhaus:

FUNKENFLUG 10

Körpergeschichte(n)

Künstlerhaus 1050, Stolberggasse 26, 1050 Wien
18. Jänner 2018, 19:30 Uhr

Performance
ELEPHANT&BREAKING GLASS

kozek hörlonski

Gespräch
Christina Lammer, Soziologin und Kommunikationswissenschaftlerin
Manfred Frey, Plastischer Chirurg
Maria Grün, Künstlerin

Moderation
Karin Harrasser, Kunstuniversität Linz

FUNKENFLUG-Fest

facebook_20x20px_rounded_new



 

kozek hörlonski
ELEPHANT&BREAKING GLASS

Für kozek hörlonski ist der umgebende Raum, seine Architektur und Geschichte immer Ausgangspunkt ihrer Performances und Installationen. Gleichzeitig finden sich in ihren Arbeiten häufig Motive, die das paarweise Agieren verbildlichen. Es sind stets Formen des Duos, Konstellationen und Choreographien, in denen der eine dem anderen als ergänzender Widerpart, spiegelbildliches Vis á Vis oder ausgleichendes Balance-Element gegenübergestellt ist. Manchmal geht es so weit, dass der eine den anderen als künstlerisches Material zur Verfügung hat, sich den Körper des anderen aneignet.
In ihrer neusten Performance für das Künstlerhaus Wien wird einerseits dieser Umgang miteinander kritisch hinterfragt, andererseits untersuchen die beiden Künstler inwiefern Orte der Kunst als zweiter Körper dienen. Haben Räume eine Seele? Welche Verpflichtungen haben wir ihnen gegenüber und welche Last können Glasdächer tragen?

Thomas Hörl (*1975) und Peter Kozek (*1972) arbeiten seit 2003 als Künstlerduo kozek hörlonski zusammen. Sie haben seither zahlreiche Performances, Rauminstallationen und Ausstellungen im In- und Ausland realisiert, so etwa 2017 "Sun O" beim White Noise Kulturrauschen in Salzburg (ko hö), 2016 "Contributions to the Universal Memorybank / flow.p." bei der Manifesta11 in Zürich (PK), " 'Matthias' tanzt. Salzburger Tresterer on stage" im Volkskundemuseum Wien (TH), 2015 "Bloom 2 Doom" bei Straight To Hell - Vienna's First Queer Performance Festival im Kosmos Theater, Wien (ko hö) und 2014 "Tulipa & the Cottonfield" im Österreichischen Kulturforum, Istanbul (PK).

kozek hörlonski erhielten u.a. 2014 den Kulturpreis für Bildende Kunst des Landes Niederösterreich (PK), 2013 den Förderpreis des Landes Salzburg und Salzburger Kunstverein (TH), 2010 den "outstanding artist award" des BMUKK (ko hö) sowie 2009 den H13 Kunstpreis für Performance des Landes Niederösterreich (ko hö). Beide lehren an Kunstuniversitäten: Peter Kozek seit 2006 an der Angewandten in Wien in der Abteilung Transmediale Kunst bei Brigitte Kowanz und Thomas Hörl seit 2015 an der Kunstuniversität Linz in der Abteilung für Experimentelle Gestaltung bei Andrea van der Straeten. kozek hörlonski leben in Wien.
www.kozek-hoerlonski.com



 

GESPRÄCH

Christina Lammer lebt und arbeitet als Soziologin, Autorin und Filmemacherin in Wien. Gegenwärtig leitet sie das künstlerische Forschungsprojekt "Chirurgische Gesten / Performing Surgery" (2015-2018), das vom Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) im Programm zur Erschließung und Entwicklung der Künste (PEEK) gefördert wird. Christina Lammer ist im Rahmen ihrer Forschung an der Akademie der bildenden Künste in Wien beschäftigt. Zuletzt beim Wiener Löcker Verlag erschienen: "Bewegende Gesichter / Moving Faces", 2015. www.corporealities.org

Manfred Frey ist Professor für Plastische und Rekonstruktive Chirurgie an der Medizinischen Universität Wien und leitete diese Klinische Abteilung am AKH Wien bis Ende 2013. Davor war er im Ausland an renommierten Institutionen forschend und lehrend tätig, u.a. in Glasgow, Hamburg, Toronto, Aachen und Zürich. Seine Tätigkeit als Plastischer Chirurg setzt er in seiner Ordination und in Privatspitälern in Wien fort, zum Thema Reanimation des gelähmten Gesichtes leitet er das Internationale Zentrum für Facialischirurgie, Wien. Frey ist zudem einer der international führenden Experten in den Bereichen Muskeltransplantation, Nervenregeneration, funktionelle Elektrostimulation und Brustrekonstruktion. Kooperative Projekte mit Christina Lammer an der MedUni Wien: 2004–2009: CORPOrealities (WWTF); 2009–2014: Surgical Wrappings (WWTF); 2010–2014: Features – Vienna face Project (FWF).
www.professor-frey.at

Maria Grün, geboren 1977 in Wien, studierte Soziologie und Bildhauerei in Wien. Sie ist derzeit in der Ausstellung "Andere Geschichte(n)" im Künstlerhaus 1050 vertreten. Ihre hyperrealistischen, kontextuell medizinischen Arbeiten spielen mit dem Zusammenwachsen des menschlichen Körpers mit Maschinen und den dabei entstehenden Komponenten des Komischen und Unheimlichen. Fokus der letzten Installationen sind von Motoren betriebene Organobjekte. 2017 Mitbegründerin von "GOMO - Raum für zeitgenössische Kunst und Kultur" und seit 2007 des artist run space "Schleifmühlgasse 12-14". Ausstellungsauswahl:
 2016 "Peripheral Influence", AKA Saskatoon & Kenderdine Gallery, Kanada; "Juxtaposition", Salon für Kunstbuch, 21er Haus
; 2015 "Re-", Kunstraum Niederösterreich, Wien.
www.mariagruen.org

Karin Harrasser ist Professorin für Kulturwissenschaft an der Kunstuniversität Linz. Nach einem Studium der Geschichte und der Germanistik Dissertation an der Universität Wien. Habilitation an der Humboldt-Universität zu Berlin. Neben ihren wissenschaftlichen Tätigkeiten war sie an verschiedenen kuratorischen Projekten beteiligt, z.B. NGBK Berlin, Kampnagel Hamburg, TQ Wien. Mit Elisabeth Timm gibt sie die "Zeitschrift für Kulturwissenschaften" heraus. Letzte Publikationen: "Prothesen. Figuren einer lädierten Moderne", Berlin 2016. "Körper 2.0. Über die technische Erweiterbarkeit des Menschen", Bielefeld 2013.



IMPRESSUM
© Künstlerhaus 2017